Seit 2022 gibt es in Nürnberg egon. Das ist der sogenannte eTarif der VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg).
egon-Nutzer müssen kein Ticket kaufen, sondern bezahlen für das, was sie tatsächlich fahren. Das funktioniert dank Totalüberwachung durch das Smartphone. Nutzer müssen der App erlauben, folgende Daten zu erfassen und weiterzugeben:
- Standortdaten (GPS)
- Mobiles Internet
- Bewegungssensorik
- WLAN und Bluetooth
Auf Grundlage dieser Daten wird dann irgendwie berechnet, welcher Preis gezahlt werden muss. Das nennt sich ex post Fahrpreisermittlung.
Laut FAQ von “egon” ist man, wenn der Akku des Smartphones leer wird, die App ausversehen geschlossen wird oder das Smartphone mal kurz aus dem Mobilfunknetz fliegt, Straftäter, weil man auf diese Weise wohl Leistungen erschleicht.
Weil das noch nicht ausreicht, erlaubt sich die VGN laut Datenschutzerklärung, die Daten für Marktforschungszwecke weiterzugeben.
Ähnliches bieten inzwischen einige weitere Regionen und Städte an. Ein weiterer Anbieter ist FAIRTIQ aus der Schweiz. Ob es die konstante Überwachung und das Abgreifen der GPS-Daten wirklich dafür braucht?
Es gibt einen Gesetzesentwurf im Bundestag, mit welchem das Schwarzfahren entkriminalisiert werden soll.